Deutschland will Nordafrika beflügeln, indem es Algerien eine Panzerfabrik spendiert.
Warum das in Zukunft den Weltmarkt für Getreide beeinflussen könnte lesen Sie hier.

 

Copyright Amalie Kerr

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Mit Brotlieferungen an die hungernden Völker ist das so eine Sache, hat die EU schon vor einigen Jahren festgestellt.
Denn wenn man überschüssiges europäisches Brot in Hungerregionen schickt, kurbelt es die heimische Brotproduktion an.
Dadurch wird aber mehr Getreide verbraucht, was wiederum den Preis desselben am Weltmarkt steigen lässt.

Da aber Afrika zum Beispiel vom Getreideimport abhängig ist, trifft ein erhöhter Marktpreis den finanzschwachen schwarzen Kontinent schwer.
Denn dann wird Brot immer teurer und das trifft, wie soll es anders sein, die Ärmsten der Armen am schlimmsten!

Auf der anderen Seite – so ergab damals eine bei Experten in Auftrag gegebene Studie – würde jeder Europäer nur so viel Brot kaufen, wie er denn auch maximal isst.

So würde kein Brot mehr im Müll landen und die Produktion würde bis zu 30 % sinken.
Was natürlich den Weltmarktpreis für Getreide merklich fallen ließe.
Für Afrika bedeute das, billiges Brot zu bekommen.

Der gut genährte aber auch hilfreiche Bürger hätte sich an dieser Stelle augenblicklich eine Kampagne zur Reduzierung des persönlichen Brotkonsums erwartet.
Denn was gibt es Genialeres als sparen und dabei der notleidenden Welt zu helfen!
So etwas fand aber leider nie statt und die teure kluge Studie verschwand in irgendeinem Papierkorb.

Dafür liefert die Bundesrepublik Deutschland nun eine Panzerfabrik nach Algerien.
Das wirft nun für den irritierten interessierten einige Fragen auf.

Zum einen:
Warum verkauft man an Algerien nicht in Deutschland produzierte Panzer, sondern händigt ihnen gleich die ganze Fabrik aus?
Das ist schon alleine aus wirtschaftlichen Gründen nicht nachvollziehbar und was das sicherheitspolitische Denken anbelangt,
hätten wohl einige der Initiatoren dringend ein paar updates nötig.

Zum anderen:
Was hat das alles mit dem Weltmarkt für Getreide zu tun?

Aber der Reihe nach.

Als die Bundesregierung Anfang Juni 2014 ihr Vorhaben bezüglich der Panzerfabrik veröffentlichte, traf das natürlich sofort auf innerpolitischen Widerstand.
Alles völlig unverantwortlich“ kam es von den Gegenstimmen. Und „man wird das früher oder später nicht mehr kontrollieren können, was Algerien mit den Panzern macht“.

Die Frau Bundeskanzlerin meinte aber nur lapidar dazu, das nichts zu befürchten wäre, denn die Algerier sind ja praktisch unsere Brüder!
Aha! Na dann.

Es wäre nur blöd, wenn sich im Nachhinein herausstellen würde, dass unsere „Brüder“ ausgerechnet jene Strömungen mit den modernsten deutschen Panzern ausstatten,
die jetzt schon den Nahen Osten und Nordafrika in ein Desaster stürzen.

Aber einmal angenommen.
Würde Algerien seine frisch vom Stapel laufenden Panzer in alle Krisenregionen Afrikas versenden, könnten damit unglaublich viele Menschen totgeschossen werden.
Auch das würde sich sofort wieder auf den Weltmarkt für Getreide auswirken, denn weniger Menschen essen weniger Brot – brauchen weniger Getreide und die Märkte senken die Preise.
Ich muss gestehen, so viel weltverbessernden Weitblick hätte ich der deutschen Regierung nicht zugetraut.
Mit einer Panzerfabrik in Nordafrika den Getreideweltmarkt zu regulieren, genial oder??

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