Immer wieder wird über herrenlos herumirrende spanische Pferde berichtet, die aufgrund ihres katastrophalen Futterzustandes und eklatanten Wassermangels knapp am Verenden sind.

Herzlose Pferdehalter, wie zum Beispiel in der Provinz Malaga / Andalusien, hätten die Tiere einfach ausgesetzt.

Ich muss gestehen, das kann einen schon wütend machen, Pferdehaar abgeschnittenwenn man davon liest

Denn was mich an dieser Geschichte stört, ist der Umstand, dass herzlose Menschen in schlechten Zeiten ihr Pferd dem Schlachter übergeben hätten, um ein paar Hunderter dafür zu kassieren.
Als durch das Aussetzen des Pferdes Verursacher eines Unfalles durch Fahrlässigkeit zu werden und somit fürchterliche Strafen bis hin zum Arrest zu riskieren.

Denn der Pferdeeigentümer kann durch den Chip, den das Pferd unter der Haut an der linken Halsseite implantiert bekommen hat, sehr leicht ausfindig gemacht werden.

Wenn Sie wissen möchten, warum man die Pferde trotzdem immer wieder aussetzt, lesen Sie weiter …

Seit einigen Jahren braucht man in Spanien, um auf eigenem Grund und Boden Pferde halten zu dürfen, eine behördliche Genehmigung.
Die sogenannte Explotación. Um die zu bekommen, muss man einige Behördenwege absolvieren, bauliche Auflagen erfüllen und ebenso die Zustimmung der Gemeinde einholen.

Unter dem Strich kostet das alles viel Geld!
Das ist der Grund, warum in ärmlichen Bevölkerungsschichten einige nach wie vor ihre Pferde illegal halten.

Auch weil man für das Registrieren der Pferde und dem damit verbundenen Ansuchen für einen Pferdepass vom Tierarzt den Chip setzen lassen muss, was wiederum mit einigen Kosten verbunden ist,
wird von den Pferdebesitzern darauf verzichtet.

Damit rutscht der Pferdehalter oder Züchter endgültig in die Illegalität und der Teufelskreis baut sich um ihn auf.

Um in Spanien ein Pferd transportieren zu können, muss man bei der zuständigen Bezirksbehörde Transportpapiere beantragen. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Grund ein Transport stattfindet.
Oder ob es sich um einen regionalen Transport im Inland oder einen Auslandstransport handelt.
Dazu braucht man einen gültigen Pferdepass und die Nummer der Exploration, in der das Pferd gerade eingetragen ist.
Da aber nichts von alldem existiert, gibt es auch keine Transportpapiere und folglich keinerlei Transport.

Die Polizei kontrolliert scharf und jeder der bei einem illegalen Transport erwischt wird bezahlt 500 € Strafe plus Punkteabzug.

Wenn nun schlechte Zeiten anbrechen und das Geld für das Futter fehlt, kann der illegale Pferdehalter sein Pferd weder verkaufen, noch verschenken.
Auch der Schlachter ist keine Option, da auch er Transportpapiere braucht.

Stirbt also ein Pferd am Hof, kann es von den zuständigen Entsorgungsbetrieben nicht abgeholt werden, denn die müssen die Nummer des Chips und der Explotación angeben.
Anzeigen und heftige Strafen sind nun die unvermeidbaren Folgen. Es sei denn, man setzt das Pferd noch rechtzeitig auf die Straße.
Dank fehlendem Chip kann ja kein Eigentümer ermittelt werden.

Den Behörden sind diese Umstände und Zusammenhänge freilich bekannt, doch sie unternehmen nichts und sind somit zu großem Teil Schuld an dieser Misere.

Private Hilfsorganisationen, oft unter deutschsprachiger Leitung, greifen lobenswerterweise diese Pferde auf  ( zum Beispiel www.yeguadapreea.at ) und versorgen sie auf eigene Kosten oder durch Spenden.
Denn das Land, dass zuvor seine Unterstützung zugesagt hatte, hielt diese niemals ein.
„Que pena España“

Ich möchte jene, die ihre Pferde aussetzen keinesfalls in Schutz nehmen, denn sie verursachen durch ihr verantwortungsloses Handeln großes Leid.
Aber es sind oft sehr einfache Menschen, die aus der Situation heraus überfordert sind und vom Staat im Stich gelassen werden!

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